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Spektrum-Anpassungswerte

Nach der neuen Bauakustik-Norm DIN EN ISO 717-1 ist es erforderlich, zusätzlich zu den bisher bekannten Einzahlwerten, wie Rw, Dn, DnT etc. die sogenannten Spektrum-Anpassungswerte C und Ctr zu berechnen. Die Beschreibung in der DIN EN ISO 717-1 trifft eigentlich nicht genau den Kern der Bedeutung dieser Werte, wobei diese aber auch über den Rahmen dieser Norm hinausgeht. Möglicherweise werden wir zur Anwendung dieser Werte mehr in einer künftigen Neuauflage der DIN 4109 finden.

Obwohl also die Aussagen der DIN EN ISO 717-1 zu den Spektrum-Anpassungswerten nicht vollständig und nicht unbedingt alle sinnvoll sind, müssen und sollen wir uns damit befassen. Was bedeuten diese Werte und was bringen sie uns? Eine kleine Einführung soll vor allem auch Laien einen Überblick geben.

Bisherige Kennzeichnung von Bauteilen

Die Kennzeichnung der Schalldämmung von Bauteilen beruhte bisher auf diversen Einzahlwerten, deren Ermittlung auf dem Verschieben einer vorgegebenen Bezugskurve anhand der ermittelten Schalldämmwerte basiert. Die Einzahlwerte sind die Werte der verschobenen Bezugskurve bei 500 Hz. Die Bezugskurve trägt dem Umstand in gewisser Weise Rechnung, dass sowohl die Schalldämmung eines Bauteils, als auch das subjektive Lautstärkeempfinden frequenzabhängig sind. Man weiss zum Beispiel, dass einerseits die Schalldämmung und andererseits das Hörempfinden im unteren Frequenzbereich weniger ausgeprägt sind. Allerdings ist nicht jede Schallquelle gleich. So ist es nicht verwunderlich, dass ein Einzahlwert eigentlich nicht ausreicht, um Vorhersagen über zu erwartende Schalldruckpegel oder den Grad der Belästigung auf der anderen Seite eines Bauteils zu machen.

Spektrum-Anpassungswerte als zusätzliche Kennzeichnung

Allgemein ausgedrückt, berücksichtigen die Spektrum-Anpassungswerte die Frequenzcharakteristik von verschiedenen Schallquellen. Die Spektrum-Anpassungwerte sind Werte, die für unterschiedliche Schallquellen zusammen mit der Schalldämmung den zu erwartenden A-bewerteten Schalldruckpegel im Empfangsraum kennzeichnen helfen. Niedrige Spektrum-Anpassungswerte geben außerdem Hinweise auf eventuelle Einbrüche in der Dämmkurve eines Bauteils.

In der Norm wird von zwei unterschiedlichen Charakteristiken ausgegangen, denen je ein Relativspektrum zugeordnet ist. Wiederum werden diesen zwei Charakteristiken verschiedene Geräuscharten zugeordnet, die häufig im Bereich von Wohngebäuden oder Wohnungen anzutreffen sind. Obwohl man über die Richtigkeit der Zuordnung durchaus streiten kann, so ist es doch ein Anfang, die Abhängigkeit der Wirksamkeit einer Bauteil-Schalldämmung von der Geräuschquelle zu verdeutlichen.

Letztlich bringen die Spektrum-Anpassungswerte keine neuen Erkenntnisse für diejenigen, die sich bereits ernsthaft mit dem Schallschutz auseinander gesetzt haben. Sie berechnen lieber die zu prognostizierenden Schalldruckpegel frequenzabhängig, als dass sie sich auf die eigentlich sehr undifferenzierten Spektrum-Anpassungswerte verlassen.

Möglicherweise helfen die Spektrum-Anpassungswerte aber, die gröbsten Schnitzer allzu leichfertiger Zeitgenossen in Zukunft zu vermeiden.

Sie können die Spektrum-Anpassungswerte bei uns online berechnen.

 

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